PostCOVID-cure:
neuropsychiatrische Behandlung
von Corona-Langzeitfolgen

Genesen aber nicht gesund

Wirklich gesund und komplett geheilt fühlen sich viele Patienten nach einer überstandenen COVID-19 Erkrankung nicht. Laut Studien und Erfahrungen aus der Praxis leidet mindestens ein Drittel der COVID-Erkrankten an Spätfolgen. Dabei ist nicht nur die Lunge von Langzeitschäden betroffen.

Erste belastbare Studien zeigen, dass Langzeitfolgen einer Corona-Infektion mit einer Vielzahl von Symptomen einhergehen: organische Beschwerden, erheblich verminderte körperliche Leistungsfähigkeit, stark ausgeprägte Müdigkeit (Fatigue), vielerlei Störungen im Bereich des Neurovegetativums, z.B. Konzentrationsschwäche, aber auch psychische Leiden wie Depressionen, Angst-, Panik- und Zwangserkrankungen sowie posttraumatische Störungen kommen vor. Oft spricht man hierbei auch vom «Neuro-Covid».

Unsere Klinik bietet zusammen mit erfahrenen Kooperationspartnern aus der somatischen Medizin und der Labormedizin ein individuelles neuropsychiatrisches Behandlungsangebot für Patientinnen und Patienten, die unter den sogenannten «Post-COVID-Symptomen» leiden.

Wege und Ziele zur Genesung

Unser Schwerpunkt in der stationären psychiatrisch-neurologisch ausgerichteten Therapie der Corona assoziierten Beschwerden liegt darin, die Krankheitssymptome zu bewältigen und zu therapieren. Ziele sind die körperliche Regeneration, die Verbesserung der Alltagsfunktionen und Teilhabe. Die Psychotherapie hilft dabei, die psychischen Folgen einer Corona-Infektion zu verarbeiten.

Ausgehend von Ihren Bedürfnissen und Symptomen legen wir zusammen mit Ihnen die Therapieziele fest. Dabei geht es hauptsächlich um:

  • Roborierung (Stärkung);
  • Eine behutsame Konfrontation mit dem „Naturraum“: Wald, Berge und Höhenluft, Klimatherapie (Kälte/Wärme), Bewegung und Ruhe am Leitfaden der Atmung;
  • enge Abstimmung der klassischen Pharmakotherapie mit Ihren Vorbehandlern sowie den sekundären Einsatz von verschiedenen, eigens für die Covid-Erkrankung zusammengestellten Phytotherapeutika und Aromatherapeutika zur Stärkung des Immunsystems;
  • eine Optimierung des Schlafes (Schlafmedizin, Schlaf als Garant des Entzündungsabbaus, siehe Psychoneuroimmunologie);
  • die Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit (Reduktion der körperlichen Beeinträchtigung durch gezieltes Training, um so Vertrauen in die eigene körperliche und seelische Belastbarkeit zurückzugewinnen);
  • auf die Neuroimmunsituation abgestimmte Ernährung (brain nutrition);
  • die Erlangung gezielter Kenntnisse über Ihre Symptome und das Erlernen eines guten Umgangs mit den bestehenden Symptomen;
  • die Stabilisierung der seelischen Situation;
  • den Umgang mit Stress in Belastungssituationen zu schulen;
  • negative Affekte wie Depression, Angst, Panik zu vermindern;
  • die Selbstwahrnehmung und das Selbstwertgefühl zu verbessern;
  • Balance und Ausgeglichenheit zu erreichen;
  • Strategien zur Krankheitsbewältigung zu erlernen und
  • eine Rückkehr in den Alltag wieder zu ermöglichen.

Individualisiertes Behandlungsangebot

Das Coronavirus und mit ihm auch die Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung sind noch zu neuartig, um bereits auf etablierte Leitlinien für deren Behandlung zurückgreifen zu können.

Jedoch können wir auf Therapieempfehlungen aus unserer grossen Fachexpertise sowie langjährige Erfahrung in der Behandlung von Erschöpfungszuständen, chronischen Schmerzsyndromen und den relevanten psychischen Störungen zurückgreifen und diese entsprechend ableiten. Unser therapeutischer Schwerpunkt liegt darin, einen personalisierten Therapieplan mit folgenden Inhalten zusammenzustellen:

Konkret bedeutet das für Sie:

  • Atem- und Physiotraining;
  • Schmerzmanagement (bei Bedarf);
  • Psychotherapie / Psychosomatische Behandlung (Stressreduktion, Achtsamkeit, kognitive Therapien);
  • Schlafregulierung;
  • Ernährungsberatung/-therapie;
  • Kreativ- und Bewegungstherapien;
  • Bewegung im Wald (für lungenkranke Menschen ist die Waldluft aufgrund der Staubfilterwirkung des Waldes, des Sauerstoffgehaltes und der enthaltenen Duftstoffe besonders gut geeignet, um Entlastung zu schaffen);
  • Einbezug des sozialen Umfeldes (Beziehung, Familie, Arbeit);
    Gruppengespräche zum Austausch über die Erfahrung mit der Corona-Erkrankung.

Tradition von Bergkliniken als Orte der Stärkung und Rekonvaleszenz

Unser Haus steht ganz in der Tradition der Heileinrichtungen an «Orten der Kraft», in erhöhter Berglage, heilklimatischer Umgebung, eingebettet in einen noch unberührten Naturraum, der zum Experimentieren, Nachspüren und Ausrichten in Bewegung einlädt.

Schon immer suchte der Mensch «Höhenkliniken» auf, wenn er in seiner Vitalität eingeschränkt war, wie es zuletzt in vielen Lungenkliniken in der Vor-Antibiotika-Ära gelebt wurde. Die Tuberkulose mit ihren schweren, langwierigen Verläufen war die letzte uns bekannte Infektionskrankheit, die Aufenthalte im «Heilklima» sogenannter «Luftkurorte» verlangte.

Es ist durchaus möglich, dass auch jetzt im Zusammenhang mit Covid-Nachbehandlungen besondere heilklimatische Bedingungen favorisierend auf den Verlauf der Erkrankung wirken. Hier sei nur die Diskussion um die Feinsstaubbelastung und die erhöhte Covid-Anfälligkeit erwähnt.

In unserer Region waren bis in die späten 40er-Jahre die Sanatorien für Luft- und Molkekuren bekannt und zogen Patienten von weit her an. Auch hier stand ‑ auf dem Boden des Clinicum Alpinums ‑ eine Heilstätte, das Alpenkurhaus.