Manifest

Healing Architecture – Heilende Architektur
im Clinicum Alpinum

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Depressiv erkrankte Menschen gehören wie alle
erkrankten Menschen in die Mitte unserer Gesellschaft.

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Der Bau einer Klinik hat die Sicht des Patienten im Fokus.

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Heilende Architektur integriert natürliches Tageslicht, schafft eine Atmosphäre der Sicherheit, gibt durch bauliche Attribute Orientierung, schafft Räume der Ruhe und der Begegnung. Heilende Architektur ist organisch und insofern weit mehr als eine auf Hygiene, Prozesse und Technik abgestellte Bauweise.

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Natur, Bergluft, Licht, Ruhe gehören zur Heilenden Architektur. Sie wirken auf den Biorhythmus und geben zeitliche Orientierung.

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Heilende Architektur erfüllt das Grundbedürfnis des Menschen nach Individualität.

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Der Kontakt zum eigenen Innern und der Kontakt nach aussen fördert den Heilungsprozess. Eine Klinik ist deshalb ein Ort «mitten im Leben», der Heilung ganzheitlich unterstützt.

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Depressiv erkrankte Menschen brauchen einen Kontrast zur bisherigen Umgebung. Orte können und sollen Kontraste bieten – Gaflei kann das. Die Architektur folgt dem heilenden Wesen der alpinen Natur und hält sich entsprechend zurück. Sie steht in der Verantwortung, diesen Ort für jeden Klienten individuell erfassbar zu machen und emotional zu besetzen.

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Eine Klinik verpichtet sich der Umwelt: Gaei, ein Ort inmitten der Alpenwelt, umgeben von Wald und Alpwiesen, ist ein historisch gewachsener Gesundheitsstandort. Die Architektur der Klinik verpichtet sich dieser Tradition und bindet das Gebäude in die Landschafft.

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Depressiv erkrankte Menschen kommen auch im Innern des Gebäudes in direkten Kontakt mit der heilenden umgebenden Natur.

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Heilende Architektur ermöglicht Aktivität und Kommunikation. Einzelzimmer sorgen gleichzeitig für Privatsphäre, was den Heilungsprozess fördert.

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Die Zimmerarchitektur bietet Wärme, Geborgenheit und ebenso die Motivation, aktiv an der Genesung mitzuwirken.

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Die Architektur muss für die Behandlung von Menschen mit schwerer Depression Ausdruck einer Gemeinschaft für Besinnung, Tiefsinn und «Wieder-zu-sich-Finden» sein.

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Die Architektur verwendet regionale Materialien wie Holz sowie Stein und verpichtet sich so der Nachhaltigkeit. Dies dient neben der landschaichen Integration einer ruhigen und konzentrierten Grundstimmung, um die Therapiemassnahmen zu unterstützen.

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Ein öffentlich zugängliches Restaurant ermöglicht den Kontakt zur «Aussenwelt». Die Integration öffentlich nutzbarer Räumlichkeiten ist bindendes Element zwischen erkrankten und gesunden Menschen.

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Heilende Architektur/Healing Architecture – von innen und aussen sichtbar – unterstützt die Sensibilisierung Nichtbetroffener für die Krankheit Depression. Wir alle können schon morgen davon betroffen sein.

Gaflei, 27. Oktober 2017

Unterzeichner:
Andreas Metz, Christoph Mayr, Sandro Kindle, Elmar Kindle, Michaela Risch, Marc Risch